Auseinandersetzungen in Cottbus fordern Großaufgebot der Polizei

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Am Dienstag wurde die Polizei gegen 19:10 Uhr durch einen Zeugen auf einen Sportplatz an der Hegelstraße gerufen, da dort zwei Gruppen an einer körperlichen Auseinandersetzung und Körperverletzungen beteiligt waren. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen wurde an der Asylbewerberunterkunft in der Hegelstraße eine größere Personengruppe angetroffen. Dabei handelte es sich um Männer aus Tschetschenien. Auf dem Sportplatz wurde durch die Polizeikräfte eine Gruppe von etwa 15 Männern aus Afghanistan im Alter von 12 bis 28 Jahren festgestellt. Bei diesen Auseinandersetzungen erlitt ein 28-jähriger Tschetschene eine Stichverletzung im Rippenbereich. Zwei weitere Tschetschenen im Alter von 17 und 18 Jahren erlitten Prellungen und Kopfverletzungen sowie drei 19, 20 und 27 Jahre alte Afghanen Gesichtsverletzungen. Sie wurden zur medizinischen Versorgung ins CTK verbracht.

Gegen 21:45 Uhr informierte ein Mitarbeiter des Carl-Thiem-Klinikums die Polizei, da es in der Notaufnahme zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung wiederum zwischen Tschetschenen und Afghanen gekommen war. Ein Tschetschene schlug dabei mit einem Feuerlöscher gegen den Kopf eines Afghanen.

Nach 22:00 Uhr alarmierte ein Zeuge die Polizei, da ein Mann am Brandenburger Platz von einer größeren Personengruppe, die mit Latten ausgerüstet war, verfolgt wurde. Diese Personengruppe wurde dem äußeren Anschein nach als syrisch beschrieben.

Wenige Minuten später wurde ein weiterer Angriff zum Nachteil eines Syrers durch acht Männer aus Afghanistan bekannt. Nach Faustschlägen und der Verwendung von Pfefferspray entwendeten die bislang unbekannten Täter den Rucksack des Geschädigten.

Auf Grund der Vielzahl von Auseinandersetzungen wurden alle verfügbaren Kräfte der Polizeidirektion Süd, der Bereitschaftspolizei und ein Polizeihubschrauber nach Cottbus beordert. Im Zuge der noch am Abend eingeleiteten Ermittlungen und der Fahndungsmaßnahmen nach den beteiligten Personen, wurden in der Nacht 26 Tschetschenen als Tatverdächtige in Polizeigewahrsam genommen.

Bereits am Sonntag hatte es körperliche Auseinandersetzungen gegeben.

Ausgangsmeldung vom 11.06.2018: Die Polizei wurde am Sonntagabend gegen 20:00 Uhr zur Asylbewerberunterkunft in der Hegelstraße gerufen. Dort soll es eine Schlägerei zwischen mehreren Personen gegeben haben. Ein 28 Jahre alter Mann aus Afghanistan hatte in der Nähe Sport getrieben und kam mit entblößtem Oberkörper zurück zur Unterkunft. Dies missfiel offensichtlich mehreren Männern aus Tschetschenien, die den Mann zuerst verbal attackierten und ihn dann massiv mit Fäusten angriffen. Dabei wurde er an Kopf und Rippen getroffen. Zur Behandlung seiner Verletzungen musste er ins CTK gebracht werden. Polizeibeamte stellten drei mögliche 17, 21 und 31 Jahre alte Tatverdächtige aus Tschetschenien fest. Andere Personen waren bereits im Heim bzw. mit einem unbekannten Fahrzeug verschwunden.    

pm/red

Foto: Karstenknuth at de.wikipedia

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Ex-SS-Mann Oskar Gröning, 96, muss in Haft

 

| Lesedauer: 2 Minuten
Oskar Gröning Oskar Gröning
Oskar Gröning ist mittlerweile 96 Jahre alt

Quelle: dpa

Der frühere SS-Buchhalter Oskar Gröning ist mit seinem Gnadengesuch gescheitert.
  • Der 96-Jährige soll nun zügig die Haft antreten.
  • Das Landgericht Lüneburg hatte Gröning im Juli 2015 zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt.
Warum das wichtig ist:
Der frühere SS-Mann war wegen Mordes in 300.000 Fällen verurteilt worden.

Der frühere SS-Buchhalter Oskar Gröning ist mit seinem Gnadengesuch gescheitert. Das teilte die Staatsanwaltschaft Lüneburg mit. Der 96-Jährige soll nun zügig die Haft antreten. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte angekündigt, Gröning zeitnah die Ladung zum Strafantritt zu schicken. Eine Beschwerde aus Gesundheitsgründen hatte das Bundesverfassungsgericht abgewiesen.

Das Landgericht Lüneburg hatte Gröning im Juli 2015 zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Der von Journalisten „Buchhalter von Auschwitz“ genannte frühere Freiwillige der Waffen-SS hatte eingeräumt, in dem Konzentrations- und Vernichtungslager Geld aus dem Gepäck der Verschleppten gezählt und weitergeleitet zu haben. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil im September 2016.

Das Bundesverfassungsgericht wies im vergangenen Dezember eine Beschwerde aus Gesundheitsgründen ab, damit war der Rechtsweg für Gröning und seinen Anwalt ausgeschöpft. Der Jurist hatte über mehrere Instanzen hinweg einen Haftantritt zu verhindern versucht und vorgebracht, der Verurteilte sei nach Auffassung eines Sachverständigen nicht haftfähig.

Ein Amtsarzt, der Gröning untersucht hatte, hatte eine pflegerische und ärztliche Betreuung zur Bedingung einer Inhaftierung des alten Mannes gemacht. Schwere Gesundheitsgefahren seien nicht erkennbar und Beeinträchtigungen könnten durch medizinische Vorkehrungen im Gefängnis Rechnung getragen werden, führte das Bundesverfassungsgericht aus.

Wegen der Schwere der Taten habe die Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs zudem ein besonderes Gewicht. Grönings Haft könne jederzeit unterbrochen werden, sollte sich sein Zustand verschlechtern. Er soll in der Justizvollzugsanstalt Uelzen untergebracht werden.

Über die Erfolge von Gnadengesuchen gibt es keine Statistiken. In Niedersachsen gingen nach Angaben des Justizministeriums bei allen Staatsanwaltschaften 2016 insgesamt 634 Gnadengesuche ein. Bundesweit sorgten Gnadengesuche wiederholt für Schlagzeilen. So lehnte der damalige Bundespräsident Horst Köhler in aufsehenerregenden Fällen Gnadengesuche von zwei Ex-Terroristen ab. Die Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau begnadigten dagegen mehrere ehemalige RAF-Terroristen.

Ein Gesuch auf Strafmilderung kann jeder einreichen, egal weswegen und wozu er verurteilt wurde.

dpa/mr
Quelle:
Kommentar von

“Als junger Mensch trifft man falsche Entscheidungen. Daraus lernt man. Man befolgt Befehle und Anweisungen deren Verweigerung absehbar schlimme Folgen haben. Dieser Mensch war beteiligt wie Millionen andere, hat jedoch im Gegensatz zu Mitbeteiligten keinen Mord begangen. Nach dem Krieg führte er offensichtlich ein ehrliches Leben ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Scheinbar zählt das nicht. Im Prozess ist er offensichtlich ehrlich bemüht zu zeigen das Reuhe und Verstehen vorhanden sind. Aber “Ehrlich sitzt am Längsten” – hat mein Vater immer gesagt, der sein Leben lang bei der deutschen Justiz gearbeitet hat. Mit 96 in den Knast – mit Gerechtigkeit hat das nichts zu tun.”
Dem ist nichts hinzuzufügen